SellaBand verkauft

26 Feb

Buchstäblich fünf nach zwölf wurde SellaBand gerettet. Die Plattform zur Eigenfinanzierung von Musikalben war schon pleite. Bis ein Deutscher sie kaufte. Hat das Sinn?

Ich hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres darauf hingewiesen. Das Konzept ist gut, aber der Erfolg bleibt bislang noch aus. Und dies hat sich nun bewahrheitet. Erst ging die Plattform ohne Vorwarnung offline, dann kam am 19. Feburar die offizielle Meldung: SellaBand hat Insolvenz angemeldet. “The problem is that the business model is not bringing profits. That’s why they’re suffering, and that’s why they went bankrupt, and now they need to let go of the concept”, erklärt Co-Gründer Pim Betist bei Wired.

Trotz der düsteren Prognose hat sich ein Käufer gefunden. Der Münchner Michael Bogatzki hat kurzerhand die SellaBand GmbH gegründet und möchte das Konzept beibehalten. Er ist bislang recht unbekannt in der Szene, gründete 2006 eine Agentur für Musikvermarktung in der bayrischen Landeshauptstadt. Geändert hat sich nur, dass Investitionen nach zwei Wochen nicht mehr zurückgezogen werden können. Nicht nur das ängstigt die Nutzer: Viele User sind beunruhigt, ob ihr Geld noch sicher ist.
Ob SellaBand so überhaupt noch eine Zukunft hat, ist fraglich. Technischer Aufwand und Nutzen rechnen sich nicht, weil das Business-Modell nicht kommerziell umsetzbar ist, so idiell einwandfrei es auch sein mag. Hinzu kommt sowieso noch, dass seit 2006 zwar 48 Bands ein Album finanzieren konnten, aber keine davon einen wirklich großen Wurf landen konnte. Im Gegenteil: Der Versuch von Public Enemy scheiterte kläglich. Wenn die Plattform also weder Investoren (von Bogatzki abgesehen), noch Kunden anzieht: Wo ist dann der Sinn?

Bildquelle: SellaBand

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