Vevo startet – mit EMI im Gepäck
9 Dec
Gestern Nacht ist Vevo, das Premium-Musikvideo-Portal, in einer großen Party mit vielen Stars in New York gestartet. Just in time kam stellt nun EMI sein Material ebenso zur Verfügung, mit WMG sei man weiterhin in Gesprächen.
Vevo – und das ist die schlechte Nachricht – ist vorerst nur in den USA und Kanada verfügbar. Offizielles Ziel der Plattform ist es, Nr. 1 für Musikvideos in den USA zu sein.
Der Blog lässt zwar vermuten, dass der Service in dieser Nacht auch in Europa verfügbar sein wird, offizielle Statements dazu finden sich aber nicht.

Noch knapp vor dem Launch verkündete EMI, dass es ebenfalls seinen Musikkatalog zur Verfügung stellen wird. Neben den Künstlern des kleinsten Major Labels kommen damit auch verschiedene Indies hinzu, die durch Tochterunternehmen repräsentiert werden. Anders als Sony Music und Universal Music hat EMI aber keine Beteiligungen an Vevo erworben.
Um genügend Geld muss sich das Premium-Musikvideo-Portal trotzdem keine Sorgen machen. Bereits im Oktober stieg die Abu Dhabi Media Company mit einer beträchtlichen Summe ein.
Um Vevo allerdings komplett zu machen fehlt vor allem einer: die Warner Music Group (WMG). Diese hatte sich mit YouTube, das bekanntlich ebenso an Vevo beteiligt ist, im vergangenen Jahr einen heftigen Streit über Lizenzen geliefert. Vorübergehend mussten tausende Videos gelöscht werden, die mit Musik der WMG-Künstler bestückt waren.
Vevo CEO Rio Caraeff hält trotzdem an Gesprächen mit der WMG fest. Es gäbe weder Probleme mit dem Geschäftsmodell, noch Unstimmigkeiten in der Strategie. Die offenen Punkten seien “eher unternehmerischer Natur”.
Auch ohne Warner gaben die Stars auf der gestrigen Launch Party ein gutes Bild ab. Von Taylor Swift bis 50 Cent war so ziemlich alles von Rang und Namen dabei. U2-Frontmann Bono ließ sich sogar zu der Aussage hinreißen, dass Vevo die Wiedergeburt der Musikindustrie ist. Ob dem wirklich so ist, wird sich noch zeigen. Sicher scheint aber schon jetzt, dass das Joint Venture ein kommerzieller Erfolg ist. Zum Start hatten bereits 20 Marken Werbung gebucht. Tendenz stark steigend.


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