MySpace Music für alle Indies
16 Dec
MySpace hat einen Deal mit dem Vertriebsservice TuneCore abgeschlossen, der es nun unabhängigen Musikern weltweit gestattet, ihre Musik auch bei MySpace Music anzubieten. Die Einnahmen werden sich aber in sehr überschaubaren Grenzen halten.
MySpace, das es sich zur Aufgabe gemacht, die Nr. 1 für Musik zu werden (weil der Kampf mit Facebook verloren ist), erkennt den Wert der Indies. Erst Ende November hatte das Unternehmen der News Corp. das Label Merlin ins Boot geholt, wodurch bislang völlig vernachlässigte Bands und Sänger den Weg zu MySpace Music fanden. Nun öffnet sich MySpace Music für wirklich jeden Künstler.

Der Service TuneCore könnte einigen schon bekannt sein. Der Digital Music Distributor erlaubt es seinen Kunden für einen geringen Betrag ihre Musik auf Marktplätze wie iTunes (in 6 Ländern, darunter kein europäisches), Amazon MP3, Lala oder Rhapsody. Völlig ohne unter Vertrag bei einem Label sein zu müssen kann man ab 9,99 US-Dollar die eigene Musik weltweit vermarkten – ohne dabei seine Rechte zu verlieren und zu 100% an den Lizenzen beteiligt zu sein. Schon Nine Inch Nails nutzen diese Dienst, um ihr letztes Album zu verkaufen.
Der Deal mit MySpace bringt den Kunden von TuneCore aber reichlich wenig direkte Einnahmen. MySpace will die Indies an den Werbeeinnahmen beteiligen, die sich aber in sehr überschaubaren Grenzen halten werden. Glücklich können nur diejenigen sein, die dadurch den Sprung auf eine größere Öffentlichkeit schaffen.
Für deutsche Musiker nützt die Entwicklung trotzdem kaum, denn MySpace Music hat seinen Dienst noch immer nicht ins alte Europa gefrachtet. Wenn das Netzwerk aber nicht bald zu einem Ausverkauf der Langeweile werden will, weil es täglich Tausende Nutzer an modernere Netzwerke wie studiVZ und Facebook verliert, muss es handeln.

