Eklat bei Popstars: Medienaufsicht ermittelt

10 Dec

Popstars wird immer mehr zu einer Farce: Nicht nur, dass junge Talente scharmlos ausgenutzt werden, ProSieben und die Produktionsfirma Tresor führen die Fans absichtlich in die Irre. Das Halbfinale entwickelt sich zu einem Skandal, der nun sogar die Medienaufsicht auf den Plan ruft.

Popstars gilt als die Mutter aller Casting-Shows. Erstmals startete das Format im September 2000 bei RTL 2. Heute, 9 Jahre später, verkommt das Format zur puren Abzocke aller Beteiligten. Zwar liegen die Quoten noch über dem Durchschnitt von ProSieben, seit 3 Staffeln kommen die Ergebnisse aber nicht mehr an alte Höhen heran. Oder können Sie sich noch an Room 2012 oder Queensberry erinnern? Eine Cash-Cow sind die Bands, die regelmäßig nach dem ersten Album in der Versenkung verschwinden, für die Warner Music Group schon lange nicht mehr. Selbst der früher noch sichere Sprung in die Top 3 wird kaum noch geschafft. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass sich vor allem die Werbeeinahmen für ProSieben lohnen.

Darüberhinaus macht der Münchner Sender mit dem kostenpflichtigen Voting per SMS und Telefon ordentlich Kohle. Bei Preisen um 50 Cent, die zu 90% an ProSieben gehen, dürfte unterm Strich ein satter Gewinn herauskommen. Um diesen noch zu steigern, gefährdete die Senderleitung im großen Stil das Image von Popstars. Am Dienstag sollten im Halbfinale die bei beiden Duos auserkoren werden, die am heutigen Donnerstagabend um den Sieg singen sollten. Nachdem ein Duett weiterkam verkündete Moderatorin Charlotte Engelhardt: „Wir haben eine große Überraschung für euch: Heute fliegt keiner raus!“
In den kommenden 46 Stunden sollten die Fans weiter für die zwei verbliebenen Duos abstimmen dürfen, die es laut der Grafik im Hintergrund auf einen nahezu gleichen Wert geschafft hatten. Die Fans in der König Pilsener Arena ließen die Sendung in einem Konzert aus Buh-Rufen und Pfiffen enden.

„Das war eine geplante redaktionelle Entscheidung. Schon häufiger wurden bei ‘Popstars’ Teile einer Entscheidung erst in der nachfolgenden Sendung aufgelöst”, erklärte ProSieben-Unternehmenssprecher Christoph Körfer dem Mediendienst DWDL. Dass der Sender damit aber nicht nur die Zuschauer bloßgestellt hat, sondern womöglich rechtliche Grenzen überschritten hat, macht Ingeborg Zahrnt von der Landesmedienanstalt Berlin Brandenburg deutlich. Man prüfe, “ob hier unlauterer Wettbewerb, Betrug oder Irreführung vorliegt.”

Eine durch und durch lächerliche Geschichte. TuneInn wünscht den Gewinnern, Elif und dem anderen, schon mal ein schönes Leben nach dem ersten Album!

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