Apple kauft Musikstreamer Lala

8 Dec

Apple kauft für geschätzte 17 Mio. US-Dollar den Musik-Streaming-Anbieter Lala, der trotz eines innovativen Konzepts bislang keinen Profit machen konnte. Trotzdem wird Apple nicht ins Steaming- oder Abonnement-Geschäft einsteigen.

Die Apfel-Schmiede aus Kalifornien hat zugeschlagen. Noch am Freitag wurden Gerüchte laut, dass Apple in Gesprächen sei; nun berichten verschiedene Quellen, dass Lala für 17 Mio. US-Dollar (rund 11 Mio. Euro) übernommen wurde.
Der Musik-Streaming-Dienst, der “US-only” agierte, hatte zwar keinen kommerziellen Erfolg, dafür aber ein gutes Konzept: User konnten nicht nur ihren gesamten Musikkatalog hochladen, um ihn überall verfügbar zu haben, sondern auch jeden Song einmal kostenlos anhören. Wer öfter zu einem Titel greifen möchte, konnte ihn für nur 10 Cent kaufen und ständig online streamen. Der Kauf kostet marktübliche 90 Cent. Darüberhinaus stellt Lala viele Playlisten und wartete mit einem 8 Millionen Songs großen Musikkatalog vieler Labels, darunter alle Majors, auf.

Dass das Modell dennoch nicht aufging dürfte vor allem einen Investor stören. Die Warner Music Group war mit satten 20 Mio. Dollar an Lala beteiligt, bekommt wohl aber nur einen Bruchteil wieder zurück und düfte bei künftigen Entscheidungen rund um Lala ausgeschlossen werden.
Über die Hintergründe der Übernahme durch Apple kann nur spekuliert werden. Diversen Meldung zum Trotz ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Jungs aus Cupertino Lala akquiriert haben, um schon bald ins Streaming-Geschäft einzusteigen. Der Markt hat sich bislang als zu wenig erfolgreich gezeigt. Als Marktführer im Pay-per-Song-Sektor wird iTunes vermutlich frühestens das Modell wechseln, wenn andere Mitbewerber signifikante Umsätze mit Streaming oder Abonnements generieren können. Für den Moment nutzt das Konzept des übernommenen Unternehmens nur sehr gering, um mehr iPhones zu verkaufen.

Außerdem setzt Lala auf Flash, das Apple selbst sehr erfolgreich an vielen Stellen zum Einsatz bringt. Viel mehr werden die Informatiker des Lala-Teams in den Apfel-Konzern integriert.
In erster Linie steht bei iTunes zeitnah die Schaffung eines browserbasierten Stores an. Als nächsten Schritt ist das Thema Cloud-Computing denkbar. Großartige Veränderungen bei iTunes sind aber nicht in den kommenden Monaten zu erwarten.

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